Tyll

Tyll

Man muss in der europäischen Geschichte des 17. Jahrhundrts nicht bewandert sein, um Tyll mit viel Vergnügen zu lesen. Vielleicht hilft es sogar, da gänzlich unbefleckt zu sein. Verbürgte geschichtliche Ereignisse und Personen treffen aufeinander und begegnen sich doch in auch in mehr literarischen als historischen Rahmen. So erweckt Daniel Kehlmann Tyll Ulenspiegel eben 200 Jahre später, mitten im 30-jährigen Krieg, zum Leben. Und da ist der unsterbliche Gaukler bestens aufgehoben, verwebt Personen und Erlebnisse und Zustände zu einem Roman, der mir sehr viel Vergnügen bereitet hat.

Der glücklose Winterkönig zieht seine Spur durch die Wirren des Krieges und die Welt der Kunst ebenso wie Martin von Wolkenstein, der dichtende Arzt Paul Fleming oder Athanasius Kircher sowie eine Schar weiterer Protagonisten, die auch in Wikipedia ihre Einträge haben. Geschichtliche „Wahrheit“ und erzählte „Wahrheit“ gehen Hand in Hand, verknüpfen sich zu  einer fantastischen Geschichte, die man als Narrenspiel lesen kann oder als historischen Roman und wohl mit beiden falsch liegt.

Für mich eine klare Leseempfehlung:
Daniel Kehlmann: Tyll.

Ausgelesen …

… soll es hier bald heißen. Wie beim Reden brauche ich noch ein paar Tage, um die Website fertig zu stellen. Dann wird es hier um Tyll gehen, um NesbØ, um LeCarré, um … bis bald!